Besucherberichte
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WGT 2005


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Das 14. Wave-Gotik-Treffen in Leipzig steht in Kürze an. Dieses Jahr fahren auch wir nach Leipzig, um an dem größten Gothic-Festival teilzunehmen. Es sind nur noch wenige Tage und langsam steigt Vorfreude in uns auf.Allmählich werden die Klamotten zusammengelegt und die Koffer gepackt.
Tausend Kleinigkeiten gehen einem durch den Kopf. Zahlreiche Fragen lechzen nach Antworten. Was erwartet uns dort? Wie sehen die verschiedenen Locations aus? Wird das Wetter mitspielen? Und viele andere mehr. Heute ist es soweit, der Tag ist endlich gekommen. Der Wagen wird beladen und ab geht es auf die Autobahn. Ca. fünf Stunden reine Fahrtzeit steht uns bevor. Mit zwei gemütlichen Zwischenstopps kommen wir in Leipzig an und steuern zunächst einmal unsere Unterkunft an. Wir haben uns gegen das Zelten entschieden, da wir sechs Tage bleiben werden. Zudem kann man sich zu dieser Jahreszeit nicht darauf verlassen, dass das Wetter zum campen auch mitspielt. Und wir haben gut daran getan wie man in den nächsten Tagen erkennen sollte. Nachdem wir uns ein wenig eingerichtet und frisch gemacht haben, machten wir uns auf den Weg ins Werk II.
Dort holten wir unsere Bändchen ab und wollten uns im Café ConnStanze ein wenig stärken. Das Café grenzt direkt an den Eingang zur Halle A. Dieses Café hat eine solide, spartanische Einrichtung, eine angenehme Beleuchtung und faire Preise; alles in allem sehr gemütlich. Währendessen studierten wir fleißig das Programm um uns einen Überblick zu verschaffen, schließlich wollten wir auch ein wenig Sightseeing betreiben. Schnell waren wir uns über die Bands einig, so dass wir den ganzen Freitag genügend Zeit hatten sowohl in den botanischen Garten zu gehen als auch das Völkerschlachtdenkmal zu besichtigen. Leider gab es im botanischen Garten noch nicht allzu viel zu sehen, da zahlreiche Pflanzen und Blumen kurz zuvor erst eingepflanzt zu seien scheinen, so dass er aller Wahrscheinlichkeit nach frühestens im Sommer in voller Blüte stehen wird. Wer allerdings großes Interesse an Kräutern und ähnlichem hat, kommt auch jetzt schon auf seine Kosten.
Schon der erste Eindruck des Völkerschlachtdenkmals, wenn man die Treppe hinaufsteigt, ist überwältigend. Je mehr wir uns dem Denkmal näherten umso beeindruckender wirkte es auf mich. Es ist faszinierend zu sehen, zu was der Mensch, mit den damaligen Mitteln, bereits Anfang 19. Jahrhundert in der Lage war. Schaut man sich nur mal das Ausmaß der unteren Quader an, so erkennt man welch Strapazen notwendig gewesen sein müssen allein die unterste Mauer zu errichten. Laut Erzählungen von Freunden und Bekannten soll die Aussicht über die gesamte Stadt Leipzig malerisch sein. Davon wollten wir uns natürlich selber überzeugen und bestiegen das Völkerschlachtdenkmal bis in 56 Meter Höhe; dies ist zwar lediglich die halbe Höhe, aber mir war es hoch genug. Für den ersten Tag haben wir uns eigentlich vorgenommen die Bands Apotygma Berzerk und Die Krupps anzusehen. Doch von unserem Vorhaben ließen wir schnell wieder ab, als wir den immensen Andrang an der Agra-Halle sahen.
Um 22.15 Uhr begann die Eröffnungszeremonie und eine halbe Stunde später sollte dann Apotygma Berzerk auftreten. Wir trafen ca. eine halbe Stunde vor Konzertbeginn an der Agra-Halle ein und fanden eine riesige Schlange wartender Menschen vor, die alle hinein wollten. Auf eine sporadische Wartezeit hatten wir uns ja eingestellt, aber mit so etwas hatten wir nicht gerechnet. Als nach einer guten Viertelstunde noch immer nicht abzusehen war, wie lange die Warterei noch andauern würde, entschlossen wir uns zunächst einmal durch die Verkaufshalle zu schlendern. Zu einem späteren Zeitpunkt dann ein zweiter Versuch. Wenigstens Die Krupps hätten wir uns gerne angesehen, nur wurde die Warteschlange immer länger. Kurz und gut, wir entschlossen uns stattdessen lieber ins DarkFlower zu fahren. Dort fand die Eröffnungsparty statt. Das DarkFlower ist ein sehr kleiner, aber familiärer, gemütlicher Club mit einer fantastischen Aufmachung.
Da dort die Eröffnungsfeier stattfand war der Club zu unserem Leidwesen ein wenig überfüllt. Doch das konnte unsere Laune nicht trüben. Die Musik war hervorragend; an dieser Stelle ein Lob an den Dj Thorben Schmidt (Suicide Commando, Lights of Euphoria). Samstag machten wir uns voller Erwartung auf ins heidnische Dorf um dort unter anderem ein kleines Forums-Treffen zu veranstalten. Allerdings war an dem Tag kein Auskommen ohne Regenschirm oder wenigstens wasserfeste Kleidung möglich. Schnell haben wir uns zusammengefunden um bereits gemachte Erfahrungen/Eindrücke des ersten Tages auszutauschen. Einige Personen habe ich zum ersten Mal „live“ erlebt, und es war mir eine Freude, den ein oder anderen, mal persönlich kennen gelernt zu haben. Doch trotz des Regens hat das heidnische Dorf nicht an Flair verloren, denn irgendwie haben alle versucht das Beste draus zu machen. Das einzige Manko, dass dort Sachen der rechten Szene verkauft worden sein sollen, habe ich erst im nachhinein gehört. Anschließend wollten wir ursprünglich zur Parkbühne um uns dort ASP und einige andere Akteure anzuschauen.
Doch bereits auf dem Weg dorthin erfuhren wir von Freunden, dass es dort viel zu voll sei und man wegen der vielen Regenschirme eh nichts von der Bühne sehen würde. Somit entschlossen wir uns kurzfristig noch ein wenig shoppen zu gehen und anschließend einen weiteren Versuch unternehmen wollten in die Agra-Halle zu kommen. An diesem Abend traten dort ab 22.00 Uhr Spetznaz und Hocico auf. Dieses Mal war erstaunlicher Weise nicht so ein gewaltiger Andrang vor den Eingängen. Obwohl mir die Auftritte von Spetznaz und Hocico sehr gut gefallen haben, konnte ich sie dennoch nicht in vollen Zügen genießen, da die Akustik seitlich der Bühne arg zu wünschen übrig ließ. Einzig wenn man direkt vor der Bühne stand kam man in musikalischen Genuss. Sonntag war der erste Tag an dem wir uns ganz der Musik widmen wollten. Also machten wir uns schon früh auf den Weg ins Werk II, um auch wirklich alle Bands sehen zu können. Nach den Erfahrungen vor der Agra-Halle taten wir auch gut daran, denn ab 19.00 Uhr kamen nur noch so viele Personen auf das Gelände wie gegangen sind. Es sollten Greyhound, Shnarph, MS Ventur, Ah-Cama-Sotz, Xotox, Kiew und Dive auftreten. Das Ambiente im Werk II ist wie man es auch von zu Hause gewohnt war, allerdings ist dort die Akustik weit aus besser als in der Agra-Halle.
Die Elektro- und Industrial-Konzerte waren nicht so überfüllt das man immer genug Platz hatte, ohne das Gefühl zu haben man stände ständig jemandem auf den Füßen. Wollte man tanzen, musste man um sich herum ein wenig Platz schaffen, was aber kein Problem war. Ein wunderbarer musikalischer, amüsanter und auch interessanter Tag. Aufgefallen ist mir ein Typ in einer Zwangsjacke. Er war in ständiger Begleitung und wurde fortwährend mit dem nötigsten versorgt. Zu Greyhound muss man sagen, dass sie nicht sehr professionell aufgetreten sind. Zum einen kamen sie wortlos auf die Bühne und legten auch sofort los und zum anderen verließen sie ebenso schnell die Bühne wie sie gekommen waren; wortlos. Weder haben sie sich vorgestellt noch gab es Banner, von einer Begrüßung der Fans mal ganz abgesehen. Völlig gegensätzlich das Verhalten einiger Mitglieder anderer Bands.
Der Sänger von Xotox tummelte sich nach deren Auftritt mitten unter das Publikum. Absolut freundlich und umgänglich, wenn man mal das Verhalten so genannter „Stars“ aus anderen Szenen vergleicht. An die kommt man maximal bis auf 10 m ran, da sie umringt werden von Bodygards und Managern etc.. Montag nutzten wir das schöne Wetter um noch einmal das heidnische Dorf zu besuchen um das vorzügliche Kirschbier zu genießen und sich langsam auf die abendliche Konzerte einzustimmen. Zu unserem Bedauern war diese Köstlichkeit bereits ausverkauft. Bei herrlichstem Sonnenschein schlenderten wir an den Verkaufsständen vorbei um das ein oder andere Schnäppchen zu erhaschen und eine Kleinigkeit zu speisen. Anschließend machten wir uns auf den Weg ins Haus Auensee um einen möglichst guten Platz zu ergattern. Als wir dort ankamen sahen wir voller Freude das sich nicht so viele für die Bands interessierten, so dass man ausreichend Platz zum tanzen oder aber sitzen, in den Umbauphasen, hatte.
Die Inneneinrichtung erinnerte an einen Opernsaal und spendete eine angenehme Atmosphäre. Sowohl die Lichtanlage als auch die Akustik ließen nichts zu wünschen übrig und so warteten wir gespannt auf das noch kommende. Accessory läutete den Abend ein, worauf Despair, Trümmerwelten, Subsonic Symphonee, Psyclon Nine und Haujjobb folgen sollten. Despair hat uns nicht wirklich zugesagt und Trümmerwelten war auch nicht ganz unser Fall, so machten wir uns kurz entschlossen auf den Weg zur Moritzbastei. In die Moritzbastei selbst war noch kein Einlass so dass wir uns mit einer Tasse Kaffee in dem verträumten Café begnügen mussten. Zurück im Haus Auensee ließen wir uns von Subsonic Symphonee überraschen und freuten uns auf Psyclon Nine und Haujjobb. Psyclon Nine gefiel mir an diesem Tag am besten, während ich mir von Haujjobb ein wenig mehr versprochen hatte. Alles in allem aber ein weiterer schöner, erlebnisreicher Tag auf dem WGT 2005. Leider stellten wir an diesem Abend fest, dass die fünf Tage wieder einmal viel zu schnell vorüber waren.
Was hatten wir uns nicht alles vorgenommen..? Mindestens zwei Parties und auch die Fetisch-Party wollten wir besuchen. Doch ersten kommt es anders und zweitens als man denkt. Die Tage waren ohnehin schon lang genug, so dass wir bis auf die Eröffnungsparty im DarkFlower nicht eine einzige besucht haben. Eigentlich haben wir uns im nachhinein ein wenig geärgert doch durch etliche Gespräche mit Bekannten und Freunden erfuhren wir dann, das man, um zum Beispiel zur Fetisch-Party zu gelangen, erst einmal ca. eine Stunde im Regen anstehen musste. Hat man es dann endlich geschafft, waren die meisten Shows auch schon vorbei, zudem sei es sehr voll gewesen, sodass wir nicht wirklich etwas verpasst hätten.
Veröffentlicht von Black Soul am 07.06.2005, 19:06
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