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Titel: Stadt Giessen verbietet nocte obscura - Festival Beitrag von: Reisender am 24. 01. 2008, 12:43 Dieses Rundschreiben wurde gestern Abend an die User von Dunkles Marburg übermittelt:
Liebe Dunkle Gemeinde, zu meinem tiefsten Bedauern habe ich heute erfahren, dass die Stadt Gießen, insbesondere der Leiter des von der Stadt Gießen getragenen Jokus, das Nocte Obscura Electro Festival im Jokus in Gießen verboten hat. Als Begründung führt die Stadt Gießen an, dass das martialische Erscheinungsbild der auftretenden Bands sowie die Cover der Musik-Alben und Fotomaterial auf den Homepages menschenverachtend seien. Weiterhin führte die Stadt Gießen aus, die Gothic-Szene sei keine förderungswerte gesellschaftliche Subkultur, sondern die Ausführungen der Stadt Gießen ließen sogar tatsächlich darauf schließen, wir seien perverser asozialer Abschaum. Die Stadt Gießen ließ ebenfalls durchblicken, dass die Veranstaltung auch nicht an einem andern Ort in Gießen stattfinden sollte und falls doch, daraus durchaus für den Veranstalter Konsequenzen zu befürchten seien. Im Großen und Ganzen ist es eine Unverschämtheit der Stadt Gießen, uns als dunkles Volk in einem solchen Maße zu diskriminieren. Dass alle Bands bereits Konzerte in Gießen gegeben haben und sich damals niemand beschwert hat, verwundert uns nun um so mehr. Auf der anderen Seite dürfen auch „Künstler“ wie „Bushido“, die bekannt für ihre offensiv aggressiven und frauenverachtenden Texte sind, in den Hessenhallen auftreten, ohne das ein Jugendbeauftragter was dagegen einzuwenden hatte. Da wir uns aber nicht durch die Intoleranz und Diskriminierung geschlagen geben wollen, sehen wir das Nocte Obscura Festival bis auf weiteres für unbestimmte Zeit verschoben. Diejenigen, die ihre Karten dennoch zurück geben möchten, sollen sich an das Nocte Obscura Team wenden (http://www.nocte-obscura.de). Die Karten behalten trotz der Umstände ihre Gültigkeit, also auch die Kombi-Tickets für die kommende Nocte Obscura. Wir entschuldigen uns für die entstandenen Ärgernisse und rufen euch auf, uns bei der friedlichen Demonstration gegen diesen Skandal zu unterstützen. Das bedeutet insbesondere den Boykott des Jokus, schließlich ist das Nocte Obscura Electro Festival nicht die erste Veranstaltung, die dort verboten wurde. Auch wenn es nichts mehr dazu beitragen kann, das Kind, welches bereits in den Brunnen gefallen ist, wieder heraus zu holen, so sollten wir dennoch für die Zukunft, denn schließlich kann so was immer wieder geschehen, eine Gemeinschaft bilden, die gegen öffentlich-rechtliche Diskriminierungen unserer Szene (sowohl Gothics als auch Metaller als auch die BDSM-Szene) eine Mauer des Widerstandes bildet. Hier geht es definitiv nicht um bestimmte Veranstalter oder Bands, sondern um jeden Einzelnen von uns. Auch wenn der Spruch flach und abgedroschen klingt: Gemeinsam sind wir stark. Selbst wenn wir uns persönlich nicht immer riechen können, sollten wir dennoch zusammen für das einstehen, was wir sind. Auf die Unterstützung der Bands Cephalgy, Nurzery[rhymes] und Straftanz können wir zählen. Und wir hoffen natürlich, dass diese Geschichte noch weite Kreise ziehen wird. Die Ansprechpartner der Stadt Gießen haben zumindest bewiesen, dass sie ein umfangreiches und tolerantes Kultur- und Kunstverständnis haben, genauso wie man es sich in einer intoleranten christlichen Gesellschaft vorstellt. Titel: Re: Stadt Giessen verbietet nocte obscura - Festival Beitrag von: Malagant am 16. 05. 2008, 07:58 Vielleicht sollte man da versuchen, einen Kontakt zwischen einem Vertreter der Stadt Leipzig und einem Vertreter der Stadt Giessen herzustellen. Immerhin steht die Stadt Leipzig voll hinter dem WGT, es wird im Fremden- und Touristenführer aufgeführt und sie freut sich jedes Mal, wenn die friedlichen Gothics zu Pfingsten in die Stadt kommen.
DG, Malagant In umbris potestas est |